In der Station „arbeiten und fair sein“ geht es um die Einstellung zur Arbeit, zum Eigentum, zur Freiheit und zur Gerechtigkeit.


Für die Christen der alten Kirche war Arbeit grundsätzlich etwas Ehrenhaftes und Gottwohlgefälliges. Im Mittelalter lehrten die Benediktinermönche das Prinzip „Bete und arbeite“ (ora et labora), denn sie sahen die Arbeit als festen und spirituellen Bestandteil ihres Lebens. Dies trug ganz erheblich zur Stärkung des Ansehens der Arbeit und der Selbstachtung der Arbeitenden bei.

Für Luther war die Arbeit sogar geradezu eine Berufung (vocatio) zum Dienst für Gott. Diese Form der christlichen Arbeitsethik, das christliche Freiheitsverständnis und das Recht auf Eigentum, das aus mehreren Geboten abgeleitet wird, führten zum Aufkommen der Marktwirtschaft und dem Unternehmertum.

Darüberhinaus setzten sich Christen für Gerechtigkeit ein. Sie betonten das Prinzip, dass niemand über dem Gesetz steht, auch nicht der Kaiser oder König. Und Christen wie William Wilberforce kämpften auf parlamentarischem Wege gegen Sklaverei und Kinderarbeit.