In der Station „dienen und helfen“ geht es um die christliche Barmherzigkeit, Wohltätigkeit und Nächstenliebe.


Wo von Jesus berichtet wird, da sehen wir ihn als Dienenden, der Kranke heilt, Hungrige speist, Trauernde tröstet, Außenseiter annimmt, Kinder segnet und sich der Not der Menschen erbarmt. Dieses Urbild eines Dieners hinterließ einen tiefen Eindruck auf die ersten Christen und spornte sie dazu an, als Kirche nicht weniger Nächstenliebe zu üben.

Der Begriff caritas (das lateinische Wort für Nächstenliebe) bedeutet, einem Bedürftigen unter die Arme zu greifen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Ein Beispiel aus der Zeit der Kirchenväter für diese Form der Barmherzigkeit ist die bekannte Geschichte des Heiligen Martin, der seinen Mantel in zwei Stücke schnitt und mit einem Bettler teilte. Zu dieser Zeit entstanden auch die ersten christlichen Krankenhäuser.

Christen sorgten sich ebenso um Waise. Berühmte Vorbilder aus den vergangenen Jahrhunderten sind August Hermann Francke und Georg Müller, die sich mit voller Hingabe für diese Aufgabe einsetzten. Franz von Assisi und Elisabeth von Thüringen sind weitere mittelalterliche Beispiele für Menschen, die auf ihre angesehene gesellschaftliche Stellung verzichteten, um ihren Mitmenschen persönlich und aufopfernd zu helfen.